Tödliche Vitamine 

Seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhuderts, boomt das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln – ganz besonders in Europa und den USA. Vor allem künstliche Vitaminpräparate werden in Massen produziert und oft hochdosiert geschluckt. Auch die Deutschen konsumieren diese Kapseln und Pillen und geben Hunderte Millionen Euro jedes Jahr dafür aus. Doch in letzter Zeit gibt es immer wieder Meldungen, die vor so genannter Hypervitaminose warnen. Neuste Studien belegen, dass künstliche Vitamine schädlich sein können, ja sogar unter Umständen das Leben verkürzen. Unter Forschern herrscht Streit, welche Nährstoffe wir wirklich brauchen und in welcher Menge – und wann eine Überdosierung gefährlich werden kann 

Bei Kontrollstudien in den frühen 90ern fanden Forscher heraus, dass künstliche Vitaminpräparate unserem Körper bei Überdosierung mehr schaden als nützen. Denn dann kann es dazu kommen, dass diese synthetischen Stoffe wie freie Radikale agieren und unseren Organismus angreifen, statt ihn zu unterstützen. Gefährlich wird es, wenn unser Körper die überschüssige Menge nicht mehr schnell genug ausspülen kann. Das betrifft vor allem einige fettlösliche Vitamine. Sie reichern sich dann in Organen und Geweben, zum Beispiel in der Leber, an.

GEFÄHRLICHE WUNDERPILLE

Besonders im Blickpunkt der Forscher steht das Vitamin A. Einst wurde es als Wundermittel gegen Lungenkrebs bejubelt. Doch es stellte sich heraus, dass Raucher, die große Mengen an künstlichem Vitamin A zu sich nahmen, viel häufiger an Lungenkrebs erkrankten als Raucher, die gar keine Vitaminpräparate einnahmen. Eine Studie hat nun in diesem Frühjahr sogar ergeben, dass die Vitaminpräparate Beta-Carotin, Vitamin A und E nicht nur unnütz sind, sondern das Leben verkürzen können. 

Tatsache ist, dass zu wenig Vitamine Mangelerscheinungen hervorrufen. Doch auch zu viele können gefährlich sein. Als gesichert gilt, dass künstliche, hochdosierte Präparate für den menschlichen Körper ungeeignet sind. Denn dieser kann Vitamine in synthetischer Form nicht richtig verarbeiten. Eine dänische Studie belegt, dass solche Stoffe – in hohen Dosen eingenommen – sogar lebensbedrohlich sind. Eine amerikanische hingegen kann offenbar beweisen, dass wir ohne zusätzliche Vitamine Gefahr laufen, krank zu werden. Und während sich alle streiten, produziert die Industrie weiterhin künstliche Vitamine, die wir ahnungslos tagtäglich einnehmen.

WICHTIGE SEKUNDÄRE PFLANZENSTOFFE

Natürliche Vitamine hingegen sind auch in höheren Dosen meist ungefährlich. Sie wirken gemeinsam mit den sogenannten sekundären Pflanzenstoffen, von denen bislang keinerlei schädliche Nebenwirkungen bekannt sind. Diese werden von Pflanzen meist unter ihrer Oberfläche angelagert – als Schutz gegen Insekten, Sonnenstrahlen und Schädlinge. Insgesamt rund 30.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe gibt es. Früher nahm man an, dass sie für den Menschen keine Bedeutung haben. Doch inzwischen ist klar, dass sie den Vitaminen wirkungsvoll helfen, unsere Zellen zu schützen.

VIEL FRISCHES OBST & GEMÜSE

Idealerweise sollte man viel frisches Obst und Gemüse mehrmals am Tag zu sich nehmen – und zwar verschiedenste Sorten. Erst dann ist man mit fast allen Nährstoffen versorgt. Obst und Gemüse sollte ferner immer roh verzehrt werden, da so die höchste Vitamindosis gewährleistet ist. Optimal sind erntefrische Erzeugnisse aus der Region: Sie haben keine langen Lager- und Transportzeiten hinter sich und so noch den vollen Vitamingehalt.

Wird das Gemüse gekocht, dann sollte dies nur kurz und mit wenig Wasser geschehen, damit die hohe Vitamindichte erhalten bleibt. Wenn man keine frischen Erzeugnisse kaufen kann, bietet Tiefkühlkost eine sinnvolle Alternative. Denn das Gemüse wird direkt nach der Ernte eingefroren und behält so noch seine Vitamine und übrigen Mikronährstoffe.

SINNVOLLE ERGÄNZUNGSPRÄPARATE 

Aufgrund unseres hektischen Lebensstils finden wir oft wenig Zeit, um frisches Obst zu besorgen und greifen daher nicht selten zu Ergänzungspräparaten – womit wir unserer Gesundheit oft mehr schaden als nützen. Doch inzwischen gibt es Alternativen: Nahrungsergänzungsmittel, die ausschließlich natürliche Stoffe enthalten. So verwendet die Firma Juice Plus Fruchtsaft und Fruchtmark als Basis für ihre Produkte. Bei der Herstellung wird das Obst oder Gemüse auf dem Höhepunkt seiner Reife geerntet. Anschließend wird es sofort gereinigt und zu Saft verarbeitet. Danach wird der Saft getrocknet, pulverisiert und schließlich in Kapseln gefüllt. 

QUELLE: Welt der Wunder / 070511


 

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